Bürgermeisterwahl Glücksburg (Ostsee)

Bürgermeisterwahl 2013 in Glücksburg - die Kandidaten


Björn Goos (Sieverstedt)

Glücksburg weiter ganz oben!

Björn Goos, 44 Jahre, Kriminalpolizist, Dipl.-Verwaltungswirt (parteilos)

Björn Goos wird sich im Fall seiner Wahl auch an folgenden Antworten auf Fragen des SSW Glücksburg messen lassen müssen:

Björn Goos auf Fragen des SSW Glücksburg:

Frage 1: Die ökonomische Situation der Stadt Glücksburg ist stark angespannt, Einsparungen und Investitionen kaum möglich. Wie wollen Sie die finanzielle Handlungsfähigkeit mittel- und langfristig wieder herstellen?

Björn Goos: Sparen allein verhindert den Fortschritt und die Weiterentwicklung unserer Stadt. Grundsätzlich sind Einnahmen zu steigern und Ausgaben zu minimieren. Vor allem darf keine Nettoneuverschuldung mehr verursacht werden. Das Haushaltsdefizit ist schrittweise abzubauen, indem insbesondere nur noch das Notwendigste in Glücksburg veranlasst und getan wird. Letztendlich geht alles nur in Übereinstimmung mit Mehrheitsentscheidungen der Politik, da viele Entscheidungen auch unangenehm sind. Die größte Herausforderung stellt, nach dem Bau des Flensburger Campusbades, die defizitäre Therme dar. Hier gilt es, eine Zusammenarbeit mit dem Campusbad der Stadt Flensburg zur Entwicklung einer Strategie für beide Bäder anzustreben. Mögliche Einsparungen durch ein neues Straßenbeleuchtungskonzept und die Ausstattung öffentlicher Gebäude mit Solar-/Photovoltaikanlagen sind zu überprüfen. Bürgerengagement, z.B. Grünflächen- und Sportanlagenpflege, kann ebenfalls zu Einsparungen führen. Auch zukünftig muss die Stadt Glücksburg prüfen, ob für Vorhaben Fördermöglichkeiten bestehen und öffentliche Mittel zur Verfügung stehen.

Frage 2: Die Anzahl von Wirtschaftsunternehmen, die in Glücksburg ihren Sitz haben und Steuern zahlen, ist konstant im unteren Bereich. Wie planen Sie, den Wirtschaftsstandort Glücksburg zu fördern?

Björn Goos: Diese Aussage ist nur bedingt korrekt. In den 80er- und 90er-Jahren wurden keine weiteren Gewerbeflächen ausgewiesen. Dadurch wurde die Chance auf ein größeres Gewerbegebiet in Glücksburg vertan, denn mittlerweile ist die in Frage kommende Fläche Naturschutzgebiet. Das deshalb mit Wees und Flensburg gemeinsam entwickelte Gewerbegebiet floriert! Ein Ausbau dieses Gewerbegebietes ist bereits in der Planung. Grundsätzlich ist direkt in Glücksburg eine Weiterentwicklung im Tourismus- und Gastronomiebereich denkbar, was der Struktur der Stadt geschuldet ist. Dafür ist die Zusammenarbeit mit dem HGV Glücksburg, dem Umland und der Grenzregion, der Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Handwerkskammer Flensburg zu intensivieren. Generell erhalten Unternehmer Hilfe in der Glücksburger Verwaltung, z. B. bei Anträgen für Gewerbe und Baumaßnahmen. Dabei ist und bleibt die Gewerbeansiedlung "Chefsache".

Frage 3: Die Fluktuation bzw. auch der Leerstand von Geschäften im Zentrum der Stadt ist seit Jahren vielen ein Dorn im Auge. Statt lebhaftes Zentrum und pulsierendes Geschäftsleben ab 20:00 Uhr hochgeklappte Bürgersteige. Welche Möglichkeiten sehen Sie, dies mittel- bis langfristig zu ändern?

Björn Goos: Es müssen weiterhin Investoren und Gewerbetreibende von Glücksburg überzeugt werden, um die leerstehenden Geschäfte in der Rathausstraße und in der Passage des ehemaligen Kurparkhotels wieder mit Leben zu füllen. Zudem sind mit den jeweiligen Immobilienbesitzern Gespräche hinsichtlich reduzierter Mieten zu führen, um die Geschäftsräume Interessenten zu attraktiven Konditionen anbieten zu können. Die Zusammenarbeit mit dem HGV Glücksburg sollte dabei unbedingt vorangetrieben werden. Von der Bäderregelung können Geschäfte, wie in anderen Ostseebädern auch, besonders profitieren. Aufgrund der Nähe zum Oberzentrum Flensburg gestaltet sich die Ansiedlung weiterer Geschäfte aber als schwierig.

Frage 4: Die Zusammenarbeit zwischen Flensburg und Glücksburg im Bereich Tourismus ist geprägt von Streit und gegenseitigen Beschuldigungen, den anderen übervorteilen zu wollen. Wie sehen Ihre Vorstellungen bzgl. eines Tourismuskonzeptes aus?

Björn Goos: Touristische Planungen gehen nur partnerschaftlich, wozu die Herstellung von Vertrauen gehört. Ein Tourismuskonzept liegt für Flensburg, Glücksburg, Harrislee und Langballig bereits länger und in gerade aktualisierter Form vor. Ziel dieser Kooperationsverträge muss die Überführung in eine "Lokale Tourismus Organisation (LTO)" ab 2015 sein. Bedauerlich erscheint mir in diesem Zusammenhang, dass in dem "Touristischen Kooperationsbeirat" der Stadt Glücksburg zur Gründung der LTO der Vorsitzende des Tourismusausschusses und der Stadtrat nicht mehr vertreten sind.

Frage 5: Der/die Bürgermeister/in in Glücksburg ist auch gleichzeitig der/die Geschäftsführer/in der Fördelandtherme. Haben Sie konkrete Vorstellungen, wie Sie diesen Aufgabenbereich ausfüllen wollen?

Björn Goos: Die Fördeland Therme ist ein tolles Angebot für Einheimische und Gäste. Oberste Priorität hat die Steigerung der Besucherzahlen und der Umsätze. Die Qualität der Therme muss auf einem hohen Niveau gehalten werden. Dies bezieht sich beispielsweise auf die Leistungsfähigkeit des Personals, die Sauberkeit und auf ein attraktives Angebot. Dazu zählt auch, neben der in Kürze abgeschlossenen Baugewährleistung, die Umsetzung des geplanten Ausbaus der Therme (Sauna- und Umkleidebereich). Schließlich muss auch die Umsetzung des Energiegutachtens weiter verfolgt werden.

Frage 6: Als Bürgermeister/in sind Sie für die Verwaltungsstelle Glücksburg sowie für die Fördelandtherme verantwortlich. Worin sehen Sie in diesem Zusammenhang Ihre Kompetenz in der Personalführung?

Björn Goos: Erfahrungen und Einblicke in die Personalführung bringe ich durch verschiedene Führungsaufgaben und -positionen mit. Ein Bürgermeister ist nicht allwissend, das Potential steckt vielmehr in den Beschäftigten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden daher im Rahmen einer kooperativen Führung in Entscheidungen, Planung und Kontrolle eingebunden. Ein reger Informationsaustausch mit dem Team sowie die Delegation von Aufgaben, Kompetenzen und Entscheidungen sind für mich selbstverständlich.

Frage 7: Die Bibliothek der Stadt hat in den letzten Jahren - trotz ständigem Bemühen und ehrenamtlichen Einsatz - Einsparungen und personelle Veränderungen überstehen müssen. Welche Möglichkeiten sehen sie als zukünftiger Bürgermeister, die Bibliothek wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen?

Björn Goos: Eine attraktive Gestaltung der Bücherei sowie eine Steigerung der Besucher- und Ausleihzahlen sichern die Zukunft. Ebenso eine konzeptionelle Umgestaltung auf neue Medien und moderne Lesegeräte. Die Weiterentwicklung zu einem Kulturzentrum, z.B. mit Autorenlesungen und Vorlesewettbewerben für Kinder, kann der entscheidende Schritt sein, um die Bücherei tragfähig zu machen und damit wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen.

Frage 8: Wie Sie sicher wissen, soll der Schwennauhof verkauft werden. Die Eigentümerin ist die Stadt Flensburg, Planungshoheit hat aber die Stadt Glücksburg. Was könnten Sie sich auf dem Grundstück vorstellen, und worauf muss aus Ihrer Sicht besonders geachtet werden, damit das Projekt langfristig ein Nutzen für die Stadt Glücksburg darstellt?

Björn Goos: Dieses Projekt ist mit Bedacht zu planen. Das wunderbare Gelände sollte unbedingt touristisch genutzt werden. Erfolgversprechend erscheinen Ferienhäuser mit hochwertiger Ausstattung. Um langfristig einen Nutzen für Glücksburg zu erzielen, ist der angrenzende Campingplatz einzubeziehen. Hier wären neben der Planung von hochwertigen Ferienhäusern auch ein Wohnmobil-Campingplatz sowie die Inbetriebnahme eines Cafés in Schwennau denkbar.

Frage 9: Ausbildungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung für Jugendliche sind - trotz großem Einsatz aller - in Glücksburg eingeschränkt. Gleichzeitig sagt man der Jugend nach, politisch uninteressiert zu sein. Wo wollen Sie Ihren Schwerpunkt in der Jugendarbeit setzen, und wie wollen Sie die Jungwähler motivieren, zur Wahl zu gehen?

Björn Goos: Die Stadt Glücksburg wurde als kinder-, jugend- und familienfreundliche Gemeinde ausgezeichnet. In Glücksburg gibt es z.B. mit der Jugendpflege, dem Jugendtreff, den ehrenamtlichen Jugendbetreuern, den Kitas, der betreuten Grundschule, den Sporthallen, der Jugendaktionsfläche, der Therme, dem Sportverein TSV Glücksburg 09 und der DLRG eine Vielzahl von Freizeitangeboten. Diese gilt es auch zukünftig zu stärken und zu unterstützen. Die Jungwähler möchte ich durch die Wiederbelebung eines Jugendparlamentes, die Einbindung eines Vertreters aus einem Jugendbeirat in kommunale Entscheidungsprozesse, regelmäßige Besuche und Informationsveranstaltungen im Jugendtreff, einen ständigen Dialog mit den Jugendlichen der Stadt und ggf. durch die Herausgabe einer städtischen Broschüre für Verwaltung und Politik interessieren - und so zum Gang an die Wahlurne.

Frage 10: Jedem gewählten Vertreter gibt man 100 Tage, um sich einzuarbeiten und erste Maßnahme in die Wege zu leiten. Was können wir am Tag 101 von Ihnen erwarten?

Björn Goos: Ich habe mir nach 100 Tagen einen Überblick über alle Aufgaben des Bürgermeisters einschl. der Geschäftsführung der Therme und Werkleitung des Wasserwerkes verschafft. Bei möglichen Schwachstellen in Verwaltung, Strukturen oder Stadtentwicklung werde ich versuchen, diese partnerschaftlich zu lösen. Im Dialog mit den in der Stadt vertretenen Parteien, den Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft, den Vereinen und Verbänden sowie der Verwaltung möchte ich damit beginnen, einen Zukunftsplan für Glücksburg zu erarbeiten. Mir ist es besonders wichtig, gemeinsam über die Zukunft unserer Stadt zu entscheiden. Die Glücksburgerinnen und Glücksburger können bereits ab dem ersten Arbeitstag von mir erwarten, dass ich mich für die Stadt, die Menschen und ihre Probleme engagiere und für alle Bürgerinnen und Bürger verlässlich bin.


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