Bürgermeisterwahl Glücksburg (Ostsee)

Bürgermeisterwahl 2013 in Glücksburg - die Kandidaten


Simone Kuhlmann (Flensburg)

Damit Glücksburg gewinnt

Simone Kuhlmann, 52 Jahre, Rechtsanwältin (parteilos)

Simone Kuhlmann wird sich im Fall ihrer Wahl auch an folgenden Antworten auf Fragen des SSW Glücksburg messen lassen müssen:

Simone Kuhlmann auf Fragen des SSW Glücksburg:

Frage 1: Die ökonomische Situation der Stadt Glücksburg ist stark angespannt, Einsparungen und Investitionen kaum möglich. Wie wollen Sie die finanzielle Handlungsfähigkeit mittel- und langfristig wieder herstellen?

Simone Kuhlmann: Die mittel- und langfristige finanzielle Handlungsfähigkeit ist eines der zu erreichenden Ziele. Die Maßnahmen dafür ergeben sich zum Teil aus den Antworten zu den weiteren Fragen. Für die Einnahmenseite sind Anreize und die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen für die Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe und Dienstleister, also Glücksburg als Unternehmer- und Arbeitgeberstandort weiterzuentwickeln, damit mehr Steuern in die Kasse fließen können. Weiter sind sämtliche Fördermöglichkeiten seitens Bund und Land auszuschöpfen. Auf der Ausgabenseite sind z.B. bestehende Verträge daraufhin zu prüfen, ob diese zu günstigeren Konditionen fortgeführt oder neu abgeschlossen werden können.

Frage 2: Die Anzahl von Wirtschaftsunternehmen, die in Glücksburg ihren Sitz haben und Steuern zahlen, ist konstant im unteren Bereich. Wie planen Sie, den Wirtschaftsstandort Glücksburg zu fördern?

Simone Kuhlmann: Glücksburg ist als Wirtschaftsstandort zu fördern, indem z.B. über die intensivere Nutzung der bestehenden Gewerbegebiete nachgedacht wird und hier mögliche Interessenten angesprochen und ihnen attraktive Angebote gemacht werden. Natürlich muss auch für die entsprechende Nachfrage gesorgt werden. Dazu ist vor allem weiter auf den Zuzug von jungen Familien zu setzen, was wiederum mit einer wachsenden Anzahl von Arbeitsplätzen gut gelingen kann. Als Konsumenten sind auch die Urlauber wichtig. Hier werde ich mich intensiv einsetzen, um Glücksburg als attraktiven Urlaubsort deutlich bekannter zu machen. Dazu kann ich bestens meine Kontakte nach Süddeutschland und Westfalen nutzen.

Frage 3: Die Fluktuation bzw. auch der Leerstand von Geschäften im Zentrum der Stadt ist seit Jahren vielen ein Dorn im Auge. Statt lebhaftes Zentrum und pulsierendes Geschäftsleben ab 20:00 Uhr hochgeklappte Bürgersteige. Welche Möglichkeiten sehen Sie, dies mittel- bis langfristig zu ändern?

Simone Kuhlmann: Wenn die Ziele aus den Punkten 1 und 2 erreicht werden, wird sich automatisch die unter Punkt 3 beschriebene Situation ändern. Mehr Geschäfte/Dienstleister und junge Familien werden das Stadtbild beleben. Damit setzt sich eine Aufwärtsspirale in Gang.

Frage 4: Die Zusammenarbeit zwischen Flensburg und Glücksburg im Bereich Tourismus ist geprägt von Streit und gegenseitigen Beschuldigungen, den anderen übervorteilen zu wollen. Wie sehen Ihre Vorstellungen bzgl. eines Tourismuskonzeptes aus?

Simone Kuhlmann: In mir schlägt nicht nur das Herz einer kämpferischen Rechtsanwältin, sondern genauso das Herz einer Mediatorin, die auf einvernehmliche Weise Streit beilegen und Gewinner-Gewinner-Lösungen finden möchte. Ein Gegeneinanderarbeiten bindet unnötige Kräfte, die viel effektiver für das Werben um die Gunst potentieller Urlauber und Stammgäste eingesetzt werden sollten. Die Interessen von Glücksburg und Flensburg sind letztlich die gleichen, nämlich möglichst attraktiv für die Urlauber zu sein. Es geht nicht darum, vom "Urlauberkuchen" das möglichst größte Stück zu erhaschen, sondern den "Urlauberkuchen" für beide Städte zu vergrößern, damit ist allen langfristig und effektiv gedient. Zudem sind gemeinsam die besten Fördermöglichkeiten zu erzielen (z.B. in punkto LTO).

Frage 5: Der/die Bürgermeister/in in Glücksburg ist auch gleichzeitig der/die Geschäftsführer/in der Fördelandtherme. Haben Sie konkrete Vorstellungen, wie Sie diesen Aufgabenbereich ausfüllen wollen?

Simone Kuhlmann: Hier sind zum einen die Pflichten auf der kaufmännischen Seite zu erfüllen. Zum anderen sind kreative Ideen zu entwickeln, um die Besucherzahlen der Fördelandtherme noch zu steigern und Kosteneinsparungsmöglichkeiten zu finden. Ziel muss es sein, die finanzielle Lage der Fördelandtherme deutlich zu verbessern.

Frage 6: Als Bürgermeister/in sind Sie für die Verwaltungsstelle Glücksburg sowie für die Fördelandtherme verantwortlich. Worin sehen Sie in diesem Zusammenhang Ihre Kompetenz in der Personalführung?

Simone Kuhlmann: Im Rahmen meiner Ausbildung zur Mediatorin habe ich gelernt, professionell mit Menschen zu kommunizieren und ihre tatsächlichen Bedürfnisse zu erkennen. Als langjährige Dozentin für angehende Verwaltungsfachangestellte konnte ich ebenfalls einiges an Menschenkenntnis- und Führung verinnerlichen. Während meiner Tätigkeit bei einer Versicherung in einer Abteilung mit ca. 30 Mitarbeitern war ich Ansprechpartnerin für Teilbereiche und habe auch dort Erfahrungen im autoritären und vermittlenden Führen gesammelt. Und nicht zuletzt erwirbt man auch als 4-fache Mutter in diesem Bereich große Fähigkeiten.

Frage 7: Die Bibliothek der Stadt hat in den letzten Jahren - trotz ständigem Bemühen und ehrenamtlichen Einsatz - Einsparungen und personelle Veränderungen überstehen müssen. Welche Möglichkeiten sehen sie als zukünftiger Bürgermeister, die Bibliothek wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen?

Simone Kuhlmann: Die Bibliothek gerät in ruhigeres Fahrwasser, wenn ihre Finanzierung gesichert und ihr Erhalt garantiert wird. Hierfür möchte ich mich ebenfalls einsetzen und mit Kreativität neue zielführende Wege finden.

Frage 8: Wie Sie sicher wissen, soll der Schwennauhof verkauft werden. Die Eigentümerin ist die Stadt Flensburg, Planungshoheit hat aber die Stadt Glücksburg. Was könnten Sie sich auf dem Grundstück vorstellen, und worauf muss aus Ihrer Sicht besonders geachtet werden, damit das Projekt langfristig ein Nutzen für die Stadt Glücksburg darstellt?

Simone Kuhlmann: Da Flensburg die Eigentümerin ist, hat Glücksburg rein rechtlich gesehen bei der Auswahl des Käufers kein Mitspracherecht. Ich könnte mir dort gut eine Anlage mit Ferienwohnungen oder ein Feriendorf mit Einzelhäusern und einem kleinen gastronomischen Zentrum vorstellen. Die Nutzung muss mit dem vorhandenen Wegenetz vereinbar sein. Vielleicht könnte man bei der Erstellung/Renovierung z.B. auf "Barrierefreiheit" setzen, um mit einem solchen speziellen Angebot besonders werben zu können.

Frage 9: Ausbildungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltung für Jugendliche sind - trotz großem Einsatz aller - in Glücksburg eingeschränkt. Gleichzeitig sagt man der Jugend nach, politisch uninteressiert zu sein. Wo wollen Sie Ihren Schwerpunkt in der Jugendarbeit setzen, und wie wollen Sie die Jungwähler motivieren, zur Wahl zu gehen?

Simone Kuhlmann: Wenn wir in Punkt 3 erfolgreich sind, haben sich auch die Ausbildungsmöglichkeiten in Glücksburg deutlich gebessert. Auf jeden Fall sollte auch die Grundschule am Standort Glückburg weitergeführt werden. Für die Jugendlichen möchte ich ein Gremium errichten, in welchem sie sich organisieren und ihre Anliegen diskutieren und formulieren können. Dann können wir sie konkret wahrnehmen und die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.

Frage 10: Jedem gewählten Vertreter gibt man 100 Tage, um sich einzuarbeiten und erste Maßnahme in die Wege zu leiten. Was können wir am Tag 101 von Ihnen erwarten?

Simone Kuhlmann: Sie können erwarten, dass ich nach 100 Tagen meine Bestandsaufnahme umfassend und vollständig abgeschlossen habe und mit allen Beteiligten in Kontakt getreten bin. Die ersten Maßnahmen sind bis dahin eingeleitet, die mittel- und langfristigen Ziele sind prioritiert und die Maßnahmen dazu in der Planungsphase.


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